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Biberach kommunal 13.07.2022

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6 | 13. Juli 2022

6 | 13. Juli 2022 BIBERACH KOMMUNAL Kulturbericht und Kulturbudget im Hauptausschuss diskutiert – Einhellige Zustimmung vom Gemeinderat Die Kultur ist der Stadtverwaltung viel wert VFB: Wer glaubt, dahinter stecke der weithin bekannte Fußballverein aus der Landeshauptstadt, der irrt. VFB im Kulturleben Biberachs meint: Veranstalten, Fördern, Bilden. Das hat Kulturdezernent Jörg Riedlbauer näher erläutert, als er den Kulturbericht für die Jahre 2020 bis 2022 im Hauptausschuss vorgestellt hat. Das Kursprogramm der vhs beinhaltet mittlerweile vielfältige Hybridveranstaltungen. Dafür wurden einige Räume mit entsprechender Technik ausgestattet. Foto: BIKO Der Stadt Biberach ist die Kultur einiges wert. Das hat sich bei der Diskussion von Kulturbericht und Kulturbudget im Hauptausschuss wieder mal gezeigt. Im Haushaltsplan für 2022 werden die Ausgaben für Kultur mit 9,5 Millionen Euro veranschlagt. Für einen prosperierenden, starken und dynamischen Wirtschaftsstandort wie Biberach sei die Qualität des kulturellen Veranstaltungs- und Bildungsprogramms ein bedeutender Standortfaktor, sagte Jörg Riedlbauer. Der genannte Kulturgesamtetat von rund 9,5 Millionen Euro werde zuweilen mit dem Kulturbudget verwechselt, fuhr Riedlbauer fort, das alle drei Jahre neu vom Gemeinderat beschlossen werde und nur ein Teil des Gesamtetats sei. Dieses Budget umfasst auf der Einnahmenseite unter anderem alle Gebühren, Eintrittserlöse, Spenden, Sponsorenbeiträge, bei den Ausgaben hingegen lediglich die Sachaufwendungen (zum Beispiel Künstlergagen, Ausstellungsbau, Medienanschaffungen oder Dozentenhonorare). Es wurde auf Vorschlag der Verwaltung von Hauptausschuss und Gemeinderat auf 830 000 Euro jährlich für die Jahre 2023 bis 2025 festgeschrieben. Riedlbauer sagte weiter, die Leistungen im Kulturbereich für die Jahre 2020 bis 2022 stünden im Zeichen der Nachwirkungen der Corona-Pandemie. „Erreichten wir bis 2019 jährlich rund 500 000 Besucherinnen und Besucher in unseren Veranstaltungsorten des Kulturamts, der Bücherei, der vhs, der Musikschule und dem Museum, traf die Corona-Pandemie mit den Lockdowns in den Jahren 2020 und 2021 die gesamte Veranstaltungsbranche ins Mark.“ Man habe die auferlegten Schließzeiten allerdings genutzt, um Renovierungsarbeiten in der Stadthalle, in der Gigelberghalle und im Komödienhaus zu erledigen. Auch wenn die Beschränkungen für die Besucher kultureller Einrichtungen mittlerweile wieder aufgehoben worden sind, bleibe festzustellen, dass sich das Besucherverhalten insgesamt verändert habe. „War es bis 2019 üblich, Veranstaltungsbesuche über Wochen oder gar Monate im Voraus zu planen, zeichnet sich mittlerweile die Tendenz zu kurzfristigen Entscheidungen ab, und man möchte sich im Vorfeld nicht zu sehr binden.“ Überdies würden verstärkt virtuelle Angebote genutzt, die durch den Digitalisierungsschub während der beiden Lockdownphasen 2020 und 2021 auch im kulturellen Bereich stark erweitert worden seien und mittlerweile vielen Kulturinteressierten genügten. „Es ergeben sich also große Herausforderungen, das Publikum wieder neu zu gewinnen und zu binden.“ Deshalb habe man auch neue, offenere, lockere Veranstaltungsformate kreiert, etwa „Spaß am Samstag“, Hybridveranstaltungen ins Programm aufgenommen und zielgruppenspezifische Angebote, etwa für Jugendliche oder Senioren, erweitert. Niederschwellige Basisangebote Im neuen Budgetzeitraum widme man sich verstärkt den Themen Natur und Nachhaltigkeit/Klima und Umweltschutz, der intergenerationellen und interkulturellen Arbeit, der kulturellen Vielfalt und weiterhin der Digitalisierung speziell in den umfangreichen Programmen zur kulturellen Bildung. Das Kulturdezernat verstehe seinen Kulturauftrag im Sinne einer Pyramide mit einem niederschwelligen, in die Breite ausgerichteten Basisangebot als „Sockel“ und Exzellenzveranstaltungen und -förderungen als „Spitze“. Beide bedingen einander und sind keine Gegensätze, wie im Übrigen auch Innovation und Tradition keine Gegensätze seien und gerade die Stadt als öffentlich-rechtliche Kulturveranstalter auch den noch nicht etablierten neuen Ausdrucksformen in Kunst und Kultur eine Chance geben müsse. Bewähre sich das Neue, werde es bewahrt. Und wenn es bewahrt wird, entstehe Tradition. Insoweit zielten die Heimattage Baden-Württemberg, die im Jahr 2023 in Biberach stattfinden werden, auf eine moderne Vermittlung des Begriffs „Heimat“ und einen offenen Heimatbegriff; um sowohl Einheimische als auch Auswärtige mit Veranstaltungen zusammenzubringen, das Gefühl „Wir leben gerne in unserer Stadt Biberach“ zu stärken, die Attraktivität der Region Biberach zu präsentieren und Identifikation zu fördern. „Über die Heimattage hinaus war und bleibt die Erinnerungskultur ein wichtiger Schwerpunkt innerhalb der Kulturarbeit“, betonte Jörg Riedlbauer. Hier wie auch bei den anderen Arbeitsschwerpunkten ist Riedlbauer das Netzwerken zwischen den städtischen Kultureinrichtungen und den Kulturakteuren aus der Bürgerschaft sehr wichtig. Aus Anlass des 100. Todestags Matthias Erzbergers habe das Kulturdezernat gemeinsam mit der Erzberger-Initiative im September 2021 ein wissenschaftlich hochkarätig besetztes Symposium ausgerichtet, und am Todestag selbst habe es in der Stadthalle eine Gedenkveranstaltung gegeben, in deren Mittelpunkt die Rede des damaligen Präsidenten des Deutschen Bundestags, Wolfgang Schäuble, stand. Aktuell widme sich eine Sonderausstellung des Museums unter dem Motto „Ankommen 1945 – 1960“ den erschütternden Schicksalen der Geflüchteten und Vertriebenen nach Ende des Zweiten Weltkriegs und werfe zugleich Schlaglichter auf die aktuellen Geschehnisse. Die Flüchtlingsarbeit sei insgesamt ein intensives Arbeitsfeld in den kulturellen Einrichtungen. Er nannte die Stadtbücherei und insbesondere die VHS, unter deren Dach seit dem 1. November 2020 die Integrationsstelle angesiedelt ist. Zustimmung auf ganzer Linie Die kommunale Kulturarbeit bereite den Boden für die aktive und lebensbegleitende Beschäftigung mit Kunst und Kultur und für die Entfaltung der künstlerischen und kreativen Kräfte vor Ort. „Wir fördern bürgerschaftliches Engagement, ermöglichen Teilhabe, Begegnungen sowie gemeinschaftliche Erlebnisse, präsentieren Qualität und Vielfalt.“ VFB eben. Alle Fraktionen stimmten dem Kulturbudget zu und lobten den Kulturbericht. Peter Schmid (Grüne) hob die Bedeutung der Kultur in Biberach hervor. Aufgrund der Vielfalt des Angebots könne man von einer Kulturstadt sprechen. Er regte allerdings an, besonders kostenintensive Veranstaltungen auf den Prüfstand zu stellen. Das Angebot sei gut, es sei auch künftig für jeden Kulturinteressierten etwas dabei, meinte Steffi Etzinger (FW). Corona habe gezeigt, wie wichtig Kultur sei, sagte Rudolf Metzger (SPD). Für Menschen, die sich entscheiden müssten, ob sie in Biberach leben wollten, sei das Kulturangebot wichtig, vielleicht sogar entscheidend. Metzger vermisst etwas mehr Angebote für Jugendliche, die scheinen ihm nicht so gut versorgt. Hildegard Ostermeyer (FDP) sprach von einem „Kaleidoskop an Angeboten“. Für sie wäre es allerdings wünschenswert, wenn der Gemeinderat besser nachvollziehen könnte, wie die Gelder für die Kultur verteilt werden. Sie schlug vor, das Budget auf zwei Jahre festzulegen anstatt auf drei. Für Andreas Holland (CDU) geht es ohne Kultur schlichtweg nicht. Menschen benötigten Gemeinschaft, öffentliches Leben und Kultur. Es gehe um Identität und Zugehörigkeit, um Toleranz und Vielfalt. Mit dem großen Etat zeige sich auch, dass Biberach ein attraktiver, leistungsfähiger Wohnort sei, gerade auch dank der Kultur. Ralph Heidenreich (Die Linke) fragte, ob denn auch nichtoffizielle Veranstaltungen, freie Initiativen wie das Kunstprojekt im ehemaligen Krankenhaus, bezuschusst würden. Ja, die seien ihm auch wichtig, sagte Kulturdezernent Riedlbauer, es seien auch schon diverse Projekte bezuschusst worden; für das genannte Projekt sei kein Antrag gestellt worden.

BIBERACH KOMMUNAL 13. Juli 2022 | 7 Gemeinderat entscheidet: Kultur in Biberach wird ab September etwas teurer Preise werden maßvoll erhöht Der Gemeinderat hat auf Empfehlung des Hauptausschusses den Museumseintritt, die Gebühren bei der Bruno- Frey-Musikschule und der Stadtbücherei und Kursgebühren bei der vhs maßvoll erhöht. Außerdem werden die Miet- und Nebenkosten für die städtischen Veranstaltungsräume angehoben. Die Vergünstigungen mit dem Stadtpass bleiben bestehen. Die Grünen hatten den Antrag gestellt, diese Erhöhungen um ein Jahr zu schieben, wegen der aktuell schwierigen Lage für die Bevölkerung. Das wurde mehrheitlich abgelehnt. Manfred Wilhelm (Grüne) erklärte, seine Fraktion tue sich schwer, gerade jetzt, wo Inflation, Energiepreise und Corona-Nachwehen die Leute drückten, Gebühren zu erhöhen. Das sei das falsche Signal. Steffi Etzinger (FW) konterte, die Kosten stiegen auch auf städtischer Sei- Sie bevorzuge eine angepasste Erhö- fte. hung jetzt und nicht später eine weitaus höhere. Wer Interesse an der Kultur hat, finde Möglichkeiten, teilzunehmen. Elise Allgaier ging bei den Hallengebühren mit den Grünen. Hier könne sich die SPD auch einen Aufschub um ein Jahr vorstellen. Alle anderen Erhöhungen trage ihre Fraktion mit. Eine Verschiebung bedeute zwangsläufig höhere Kosten, deshalb lehne die FDP den Grünen-Antrag ab, begründete Hildegard Ostermeyer. Die geplanten Erhöhungen seien durchaus maßvoll. Im Kulturbereich habe man fünf Jahre lang und länger die Gebühren nicht erhöht, sagte Peter Schmogro (CDU); jetzt sei eine Anpassung angebracht. Dem Preis stünden Leistung und Qualität gegenüber. Es gehe um nicht mehr als eine Kostendeckung. Bei den Erhöhungen handle es sich um kleine Beiträge. Und die Stadtpassbesitzer bekämen Ermäßigung. Sein Fraktionskollege Hans Beck schob an die Adresse der Grünen nach: „Ist denn nächstes Jahr irgend etwas besser?“ Hier nun ein Überblick. Im Museum wird es auch weiterhin kostenlosen Eintritt am Samstag geben. Das habe sich bewährt, sagt Museumsleiter Frank Brunecker. Foto: BIKO Maßvolle Erhöhungen Im Museum bezahlen Besucher zum 1. Januar 2023 sechs Euro (bisher fünf), ermäßigt fünf Euro (bisher vier). Die Jahreskarte kostet 18 Euro (bisher 15), ermäßigt 15 Euro (bisher zwölf); bei Gruppen bezahlt die Person fünf Euro; Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sind frei. Die letzte Erhöhung liegt fünf Jahre zurück. Die bisherigen Eintrittspreise für das Museum Biberach bewegen sich inzwischen im unteren Bereich des Preisgefüges im Vergleich zu anderen Museen in der Region. 2021, während Corona, hatte das Museum etwa halb so viele Besucher wie in einem normalen Jahr (17 680 statt 34 000). Und nach wie vor ist an Samstagen ein Museumsbesuch kostenlos möglich. Bei der Bruno-Frey-Musikschule sollen die Gebühren im Schnitt um sieben Prozent erhöht werden. Die letzte Erhöhung war zum 1. September 2016. Die Gebührenerhöhung wirkt sich auf der Einnahmenseite am stärksten im Einzelunterricht aus. Hier steigt der monatliche Satz für die Unterrichtsstunde (30 Minuten) von 62 auf 66 Euro. Die gewährten Geschwister- oder Mehrfächerermäßigungen reduzieren die Einnahmen noch geringfügig. Bei der Instrumentenausleihgebühr wurde ebenfalls die Gebühr erhöht. Bei der Volkshochschule werden die Gebühren kontinuierlich angepasst. Steigende Mietpreise, steigende Dozentenhonorare und weniger Teilnehmer aufgrund der Corona-Pandemie waren der Grund, warum die vhs die Kursentgelte in den vergangenen Jahren kontinuierlich erhöht hat, um eine Deckung der Kosten für Honorare und anteilig weiterer Gemeinkosten zu gewährleisten, erklärte vhs-Leiterin Effi Holland im Hauptausschuss. Dabei dienten die Erträge aus Kursen mit vielen Teilnehmern und entsprechend hohen Erträgen auch dazu, neue Kursangebote zu etablieren und Angebote in der Grundbildung (Lesen und Schreiben für Erwachsene) zu ermöglichen. Und man stehe in Konkurrenz zu anderen Einrichtungen in der Region. Auch die Gebühr für Jahreskarten der Stadtbücherei wird erhöht. Die Bezahlung erfolgt künftig grundsätzlich per Einzugsermächtigung. Für Barzahlungen wird eine Bearbeitungsgebühr von drei Euro erhoben, weil dies einen höheren Verwaltungsaufwand erfordert. Die letzte Gebührenerhöhung bei der Stadtbücherei liegt 13 Jahre zurück. In der Zwischenzeit hat sich das Angebot der Stadtbücherei qualitativ stark verbessert. Dies stellt – auch im Vergleich zu Büchereien des Umlandes – ein hochwertiges Angebot dar. Die reguläre Jahreskarte wird um fünf Euro teurer und kostet regulär 33 Euro, ermäßigt 18,50 Euro ab dem kommenden Jahr. Die Miet- und Nebenkosten für städtische Veranstaltungshallen ( Stadthalle, Gigelberghalle, Komödienhaus und Stadtbierhalle) werden zum 1. September um zwölf Prozent erhöht. Sie sind seit 1. September 2017 stabil geblieben. Die turnusgemäße Überprüfung und Anpassung der Mietkosten im fünfjährigen Intervall sind somit fällig. Aufgrund der aktuell hohen Inflation und allgemein gestiegener Kosten in allen Bereichen ist eine Preisanpassung aus Sicht der Verwaltung angezeigt. Hinzu kommen nicht unerhebliche Einnahmeausfälle im Vermietungsgeschäft der Hallen seit Ausbruch der Corona-Pandemie. Die Erhöhungen betreffen vor allem private und kommerzielle Veranstalter, die Biberacher Vereine und Institutionen können weiterhin Anträge auf Ermäßigung stellen. Stadtführungen Historischer Stadtrundgang Tourismus Biberach bietet den Historischen Stadtrundgang jeden Samstag und Mittwoch auch während Schützen an. Am Sonntag, 17. Juli, findet ausnahmsweise keine Themenführung statt. Was hat es mit dem Esel auf dem Marktplatz auf sich, wo steht das älteste Haus Biberachs und gibt es eigentlich noch Biber in der Stadt? Antworten auf diese Fragen und viele weitere spannende Informationen gibt es am Samstag, 16., und Mittwoch, 20. Juli, auf dem Historischen Stadtrundgang, der zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Biberach führt. Neben dem Marktplatz und dem Rathaus stehen bei dem Stadtspaziergang durch die Altstadt die simultane Stadtpfarrkirche St. Martin wie auch der Hospital zum Heiligen Geist, das Komödienhaus und der Weberberg auf dem Programm. Bei der zweistündigen Stadtführung am Samstagnachmittag mit Stadtführerin Gisela Raunecker wird auch der Weiße Turm besichtigt. Erwachsene zahlen 10 Euro. Die Stadtführung am Mittwochnachmittag mit Stadtführer Horst Gutermann dauert eineinhalb Stunden und kostet 8 Euro. Beginn ist jeweils um 14 Uhr. Treffpunkt der Führungen ist der Spitalhof, Museum Biberach. Karten sind direkt beim Stadtführer erhältlich. Die Mindestteilnehmerzahl beträgt sechs Personen. Kinder bis zehn Jahre gehen kostenlos mit. Schüler ab elf Jahre und Studenten bekommen auf den regulären Preis 50 Prozent Ermäßigung. Weitere Informationen zu den Stadtführungen sind unter www.biberach-tourismus.de oder unter Telefon 07351/51-165 erhältlich. Dort sind auch individuelle Führungen buchbar. Ochsenhauser Hof Die Geschichte der Reblaus Peter Hopf hält am Freitag, 15. Juli, 15 Uhr, den Vortrag „Die Geschichte der Reblaus“ im Ochsenhauser Hof. Anschließend findet eine Weinverkostung statt. Die Veranstaltung endet um 17 Uhr.