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Biberach kommunal 01.06.2022

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2 | 1. Juni 2022

2 | 1. Juni 2022 BIBERACH KOMMUNAL Fortsetzung von Seite 1 Freien Wähler und die FDP ist der Spielplatz schlicht zu teuer. Dass er naturnah gestaltet werde, gefalle ihr, sagte Magdalena Bopp, aber 80 000 Euro mehr als im Haushaltsplan, sei zu viel: „Wir sollten es für 250 000 Euro schaffen.“ So sah es auch Oliver Lukner: Die Idee sei schön, es solle ein Highlight-Spielplatz bleiben, aber man müsse seiner Ansicht nach noch Einsparpotenzial suchen. CDU und Grüne wollten noch wissen, ob es möglich wäre, am Spielplatz Toiletten zu bauen. Der Wunsch nach Toiletten und gleichzeitig sparen zu wollen, gehe nicht zusammen, erklärte Roman Adler. Toiletten anzulegen, koste viel Geld, ebenso der Unterhalt. Christian Kuhlmann gab zu verstehen, dass diese Frage generell betrachtet und nicht isoliert für ein Projekt entschieden werden könne. Er schlug zum Thema Kosten vor, bei der Entwurfsplanung zu bewerten, was man beibehalte und auf was man zunächst verzichten wolle. Zudem sollen weitere Einsparmöglichkeiten aufgezeigt werden, über die das Gremium dann entscheiden könne. Das fand Gefallen bei allen. Bauarbeiten für Revitalisierung beginnen Die Riß wird naturnah umgestaltet Anfang Juni 2022 beginnen die Bauarbeiten des Regierungspräsidiums Tübingen zur Revitalisierung der Riß in Biberach. Dabei wird die Riß je 400 Meter ober- und unterhalb der Haberhäuslestraße aus ihrem bisher begradigten, mit Steinen befestigten Flusslauf befreit. Das Gewässer wird naturnah umgestaltet und ihm mehr Raum für seine natürliche, eigendynamische Entwicklung gegeben. Baubedingt müssen einzelne Fuß- und Radwege tageweise gesperrt werden. Die gesamte Revitalisierungsmaßnahme ist darauf ausgerichtet, dass zukünftig eine größere Artenvielfalt rund um die Riß entstehen kann. Dies gilt sowohl für Tiere und Pflanzen im Wasser als auch an Land. Der Eisvogel und die Wasseramsel werden hier künftig öfter zu sehen sein. Möglich ist auch, dass der Biber die neuen Gewässerstrukturen als Lebensstätte annimmt. Ziel ist es, einen guten ökologischen Zustand der Gewässer zu erreichen und zu erhalten. Gleichzeitig wird die Riß durch flachere Uferböschungen und Beobachtungplätze entlang des Ufers besser erlebbar gemacht. Im Vorfeld mussten hierfür der Bewuchs entlang des Kanals weitgehend beseitigt und auch Bäume gefällt werden. Parallel wird von der Stadt nördlich der Haberhäuslestraße das Gelände etwas abgesenkt und damit ein Retentionsraum von rund 3000 Quadratmetern geschaffen, der bei Hochwasser geflutet wird. Gleichzeitig wird die Haberhäuslebrücke saniert und die Gewässersohle so umgestaltet, dass die Brücke bei Hochwasser nicht mehr eingestaut wird. Als weiterer städtischer Baustein wird zwischen Haberhäuslestraße und der Wehranlage ein drei Meter breiter Radweg durch die Stadt gebaut. Außerdem soll ein neuer Fußweg, der bis zur Ulmer Straße führt, die revitalisierte Riß aus der Nähe erlebbar machen und künftig für eine räumliche Trennung von Radfahrern und Spaziergängern sorgen. Die Erd- und Wasserbauarbeiten erfolgen am und im Gewässer und sollen im September 2022 abgeschlossen sein. Daran schließen sich die Wegebauarbeiten für den Fußweg an. Im Spätherbst folgen noch umfangreiche Pflanzarbeiten, die den Verlust gerodeter Gehölze kompensieren. Die neue Freizeitanlage auf der Rißinsel soll im Frühjahr 2023 realisiert werden (siehe Aufmacher). Biberachs Baubürgermeister Christian Kuhlmann zeigt sich sehr erfreut über die Maßnahme: „Jetzt ist es so weit, der Grünzug Riß und die Rißinsel in Birkendorf erfahren eine durchgreifende ökologische und gestalterische Aufwertung, zugleich wird der intensiv genutzte Rad- und Fußweg den heutigen Anforderungen gemäß gestaltet. Mit der 2023 abgeschlossenen Umgestaltung des Spiel- und Freizeitbereiches wird Biberach auch in diesem Bereich erheblich aufgewertet. Mein Dank gilt hier dem Land Baden-Württemberg, das mit der Renaturierung einen entscheidenden Impuls dazu gab.“ In der Waldseer Straße Rewe-Markt wird neu gebaut – Verkaufsfläche soll verdoppelt werden Der Rewe-Markt in der Waldseer Straße, der zu klein und in die Jahre gekommen ist, soll neu und größer werden. Der Bauausschuss hat die Verwaltung beauftragt, für das Vorhaben „Neubau Lebensmittelmarkt mit Wohnen“ zusammen mit dem Eigentümer des Grundstücks Waldseer Straße 102“ eine städtebaulich und architektonisch angemessene Lösung zu entwickeln. Der Eigentümer der Grundstücke Waldseer Str. 102 / Eichendorffweg 2 beabsichtigt, die bestehenden Gebäude abzureißen und einen Neubau für einen größeren Rewe-Markt zu errichten. Geprüft wird auch, ob im Obergeschoss Wohnungen gebaut werden können. Die Verwaltung möchte diese Planung begleiten und sicherstellen, dass an dieser städtebaulich prägnanten Situation Qualität entsteht. Derzeit stehen dort ein im Jahr 1985 genehmigter Rewe-Markt, ein Boardinghaus mit 36 Wohnungen und ein Restaurant. Der Rewe-Markt ist räumlich sehr beengt und die Verkaufsfläche von rund 1000 Quadratmetern nicht mehr zeitgemäß. Der Eigentümer plant deshalb einen neun Markt mit einer doppelt Der Rewe-Markt in der Waldseer Straße ist in die Jahre gekommen und zu klein. so großen Verkaufsfläche. Weil das Boardinghaus dazu abgerissen werden muss, sollen auf Anregung der Verwaltung über dem Markt Wohnungen entstehen. Die nötigen Parkplätze würden auf dem eigenen Grundstück entlang der Waldseer Straße und in einer Tiefgarage bereitgestellt. Die Verwaltung befürworte das Vorhaben, weil es der Sicherung des bestehenden Grundversorgungsstandortes dient, begründete Baubürgermeister Christian Kuhlmann im Bauausschuss. Zudem bestehe die Chance einer Aufwertung des Grundstückes und der Stadteinfahrt. Für das Plangebiet gilt der Bebauungsplan „Hungergraben“ aus dem Jahr 1983, der hier ein Mischgebiet festsetzt. Für die Umsetzung eines großflächigen Einzelhandelsmarktes ist neues Planungsrecht zu schaffen. Um eine städtebaulich-architektonisch qualitätvolle Planung zu erhalten, haben sich der Eigentümer und die Verwaltung auf eine Mehrfachbeauftragung geeinigt, die in der zweiten Jahreshälfte erfolgen soll. Sobald das Ergebnis der Gutachten und der Mehrfachbeauftragung vorliegt, wird die Verwaltung einen neuen Bebauungsplan aufstellen. Foto: BIKO Alle Fraktionen stimmten dem Vorhaben zu. „Wir begrüßen das grundsätzlich“, sagte Friedrich Kolesch (CDU). „Und wenn Wohnungen dazukommen, sind wir froh.“ Rudolf Brüggemann (Grüne) befand, es handle sich um ein gutes Beispiel einer Nachverdichtung und Rewe könne sich so künftig besser darstellen. Auch Lutz Keil (SPD) und Flavia Gutermann (FW) stimmten zu, weil alles größer und schöner werde. Für Günter Warth (FDP) ist es ein „tolles Projekt“. Wohnungen dort zu schaffen, sei klasse; „und dann noch eine PV-Anlage aufs Dach“.

BIBERACH KOMMUNAL 1. Juni 2022 | 3 Interview mit Baubürgermeister Christian Kuhlmann zur Aktion „Platz für alle“ „Unser Ziel haben wir erreicht“ Wie sollen die Freiräume in der Biberacher Altstadt in Zukunft aussehen? Das war die zentrale Frage der achtwöchigen Aktion „Platz für alle“, die mit einem gut besuchten Marktaktionstag ihren Höhepunkt fand. Dabei konnten die Bürgerinnen und Bürger an acht Themenständen ihre Meinungen, Anregungen, Wünsche und Ideen einbringen. Im Gespräch zieht Baubürgermeister Christian Kuhlmann ein erstes Resümee. Herr Kuhlmann, waren Sie zufrieden mit der Resonanz beim Marktaktionstag? Ja, wir waren sehr zufrieden. Die Gesprächspartner an den acht Themenständen führten sehr viele Gespräche, nahmen eine Vielzahl an Anregungen und Ideen auf, die Strichlisten waren gut gefüllt, der Platz für weitere Moderationskarten an den Pinnwänden wurde knapp. Genau das wollten wir erreichen: eine bunte Vielfalt an Ideen und Anregungen, viele weiterführende Gespräche, das breite Meinungsspektrum der Besucher der Innenstadt wurde dokumentiert. Das wunderbare Frühsommerwetter hat sicherlich auch zum Erfolg beigetragen. Und wie beurteilen Sie die insgesamt acht Wochen Stadtgespräch? Der Vorlauf mit den unterschiedlichen Themenwochen sollte zum einen die Diskussion anregen, zum anderen auf den Marktaktionstag hinführen. Insbesondere die Social-Media-Kanäle wurden intensiv genutzt, um sich in die Diskussion einzubringen. Das Ergebnis am Marktaktionstag zeigt, dass diese vorbereitende Kampagne zielführend war. Nach einer ersten Einschätzung: Was liegt den Bürgerinnen und Bürgern am meisten am Herzen? Was wurde am häufigsten kritisiert? Mehr Grün, mehr Sitzmöglichkeiten, mehr Außengastronomie, das waren Die Bilder zeigen die große Resonanz der Aktion „Platz für alle“, die an einem Marktaktionstag ihren Höhepunkt hatte. Baubürgermeister Christian Kuhlmann sagt im Interview, er sei zuversichtlich, „dass wir im Herbst im Rahmen der Diskussionen mit dem Gemeinderat zu konkreten Maßnahmen kommen, die schnell umgesetzt werden kö nnen“. Fotos: BIKO die am häufigsten genannten Wünsche. Kritisiert wurde die Dominanz des Autoverkehrs, aber auch die fehlende Rücksichtnahme anderer Verkehrsteilnehmer gegenüber Fußgängern. Verschiedentlich kam ja der Einwand, die Aktion würde nur über die sozialen Medien laufen und ältere Leute oder solche, die sich mit neuen Medien nicht auskennen, benachteiligen. Wie stehen Sie zu diesem Vorwurf. Diesen Vorwurf halte ich für nicht berechtigt. Von Beginn an hatten wir dazu eingeladen, alle möglichen Kommunikationskanäle, so auch das Telefon oder einen Brief, zu nutzen, um eigene Ideen und Anregungen einzubringen. Über die Schwäbische Zeitung und das BIKO wurde mehrfach dazu eingeladen. Über die Social- Media-Kanäle ist es gelungen, andere Zielgruppen als üblich zu erreichen. Auf den Plattformen Instagram und Facebook gab es sehr interessante Diskussionen und Anregungen, die wir auf den sonst üblichen Wegen nicht erhalten hätten. Damit haben wir unser Ziel, möglichst breit zu informieren und unterschiedliche Bevölkerungsgruppen anzusprechen, erreicht. Im Übrigen wurde dieser Vorwurf vonseiten der FDP-Fraktion jüngst in einer Sitzung auch revidiert. Die Idee des Stadtgesprächs wurde allseits gelobt. Wenn man den Bürgerwillen wirklich ernst nimmt, wird man jetzt aber nicht umhinkommen, einige Vorschläge konkret umzusetzen. Sonst wirkt die Aktion eher wie ein Scheingefecht. Wie sehen Sie da die Chancen? Da es sehr viele konstruktive, zum Teil für uns auch neue Vorschläge gab, bin ich zuversichtlich, dass wir im Herbst im Rahmen der Diskussionen mit dem Gemeinderat zu konkreten Maßnahmen kommen, die in der Folge schnell umgesetzt werden können. Dazu gehören die oben angesprochenen Themen: mehr Sitzmöglichkeiten, mehr Grün, mehr Außengastronomie; dafür werden dann einige Parkplätze weichen müssen. Ich sehe konkrete Chancen für eine weitere Attraktivierung der Innenstadt. BIBERACH KOMMUNAL | Impressum Herausgeber: Große Kreisstadt Biberach an der Riß Verantwortlich: für den amtlichen Teil Oberbürgermeister Norbert Zeidler für den nicht amtlichen Teil die jeweiligen gesetzlichen Vertreter der mitteilenden Organisationen, Kirchen und Vereine Redaktion: Andrea Appel (Stadt Biberach) Telefon: 07351/51 299 Achim Zepp (Biberacher Verlagsdruckerei) E-Mail: Biberach.Kommunal@Biberach-Riss.de Redaktionsschluss: 1 Woche vor Erscheinen, in der Regel mittwochs, 12 Uhr Druck, Anzeigen, Verteilung: Schwäbische Zeitung Biberach GmbH & Co. KG Verantwortlich für Anzeigen: Daniela Fimpel Anzeigenannahme Telefon: 07351/5002-15 E-Mail: anzeigen.biberach@schwaebische.de Zustellung; Reklamation Tel.: 07351/5002 44 BIBERACH KOMMUNAL erscheint wöchentlich in der Regel immer mittwochs und wird kostenlos an alle Haushalte der Stadt Biberach einschließlich der Teilorte Stafflangen, Ringschnait, Rißegg und Mettenberg verteilt. 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