Aufrufe
vor 4 Monaten

Amtsblätter ss.ne.Busi

  • Text
  • Unternehmen
  • Blockchain
  • Maier
  • Region
  • Heidenheim
  • Sensoren
  • Deutschland
  • Zukunft
  • Beyersdorff
  • Krise

Anzeige KREISSPARKASSE

Anzeige KREISSPARKASSE OSTALB „Unsere Stärken sind Regionalität und Nachhaltigkeit“ Seit Juli ist Markus Frei Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Ostalb – und am 1. September feierte der 46-Jährige sein 25. Dienstjubiläum. In 25 Jahren hat er nahezu sämtliche Stationen im Haus und in der Region durchlaufen und fühlt sich nicht an einen Ort gebunden, sondern sieht sich gern als Ostälbler, wie er Ende Juli im Gespräch mit BUSINESS today hervorhebt. 20

Anzeige » Herr Frei, Ihre neue Stelle haben Sie mitten während der Corona-Pandemie angetreten. Hätten Sie sich einen anderen Start gewünscht? Markus Frei: Jeder Stellenwechsel ist eine neue Herausforderung, und wenn man Gesamtverantwortung für etwas hat, dann kommen zusätzliche Aufgaben hinzu. Ich habe mir schon die Frage gestellt: Wie wirkt sich Corona zusätzlich aus, hätte ein „normaler“ Wechsel nicht auch gereicht? Aber nach den schwierigen Anfangsmonaten hat man sich darauf eingestellt. Ich sehe Corona als zusätzliche Herausforderung, aber gleichzeitig als Katalysator für die Digitalisierung. Eine Auswirkung von Corona ist, dass Kredite nicht mehr bedient werden können. Wie sieht es hier bei der KSK Ostalb aus? Nach der Wirtschaftskrise 2008/2009 hat der Ostalbkreis sehr viel Substanz und Widerstandsfähigkeit aufgebaut. Unsere sehr stark von der Automobilindustrie geprägten Unternehmen haben ihre Geschäftsfelder erweitert, neue Portfolios aufgebaut und sind substanzstärker als damals. Zwar kann man die Dimension und alle Konsequenzen der Pandemie aktuell noch nicht abschätzen, ich gehe aber davon aus, dass die Region mit zwei blauen Augen davonkommt. Unsere Kreditausfälle sind aktuell sehr gering, wir müssen nun die weitere wirtschaftliche Entwicklung im Herbst und Anfang 2021 abwarten. Die Kreissparkasse Ostalb hat bislang etwa 750 Kredite mit einer Summe von 120 Millionen Euro aus den Sonderprogrammen der KfW und L-Bank vermittelt. Allgemein wurden in Baden-Württemberg weniger Mittel abgerufen als in anderen Bundesländern, was ein guter Indikator ist. Bei Privathaushalten haben wir nur 450 Tilgungsaussetzungen – bei 50.000 Kurzarbeitern in Ostwürttemberg ist das eine positive Botschaft. KONTAKT Kreissparkasse Ostalb Telefon 07361 508-0 oder 07171 608-0 www.ksk-ostalb.de Sie haben die Digitalisierung angesprochen. Im Fall der KSK damit die 2018 eingeführte Smart App für mobiles Bezahlen. Wie hat sich dieser Bereich entwickelt? Wir sind hier erneut Testsieger geworden, da die App sehr sicher, benutzerfreundlich, komfortabel und einfach in der Handhabung ist. Beim Online-Banking haben wir jährliche Wachstumsraten von bis zu drei Prozent, während Corona sind es sogar sechs Prozent. Der Gesamtanteil der Onlinebanking- Nutzer wird bis Ende des Jahres von 56 Prozent auf geschätzt 66 Prozent steigen. Online-Banking auf der einen Seite, auf der anderen Seite wünschen die Menschen den direkten Kundenkontakt sowie die persönliche Beratung und sie haben Sorge vor weiteren Filialschließungen. Wie sieht es damit aus? Wir halten an unserer 2018 verabschiedeten Strategie fest und werden außerhalb der beschlossenen Anpassung keine weiteren Filialen zusätzlich schließen, denn wir wollen auch in der Fläche die Nähe zu unseren Kunden halten – auch wenn die Digitalisierung weiter zunehmen wird. Seit dem vergangenen Jahr haben wir deshalb damit begonnen, über unser Heimatfilialmodell Zusatzangebote aufzubauen. Wir wollen Menschen und Gewerbe zusammenbringen und als regionaler Marktplatz mit einem großen Netzwerk fungieren. Zu den bisher zehn Filialen sollen – wie demnächst in Straßdorf oder Spraitbach – sukzessiv weitere hinzukommen. Die Filialen sollen eine „heimelige Atmosphäre“ wie in einem Wohnzimmer vermitteln und eine ganz andere Willkommenskultur bieten. Dass diese Strategie richtig ist, hat sich nach der Lockdown-Phase gezeigt, als es einen deutlich erhöhten persönlichen Beratungsbedarf gab. Es geht also nichts über das persönliche Gespräch von Mensch zu Mensch! Zu welcher Strategie raten Sie den Sparern? Ich gehe davon aus, dass das Zinsniveau bis 2024 niedrig bleiben wird. Deshalb raten wir zum Wertpapiersparen mit einer breiten Streuung, weshalb wir 2018/2019 mit dem „Ostalb Invest“ eine eigene kleine Vermögensverwaltung aufgelegt haben. Da der Boom bei Immobilien anhalten wird, sind auch Fonds in dieser Richtung gut, und wer darüber hinaus Anlagebedarf hat, kann zum Beispiel noch Gold beimischen. Bei Neuanlagen empfehlen wir in der Regel neben der entsprechenden Streuung über Anlagearten und Laufzeiten eine Einstiegsstreuung mit dem System 50 – 24. Dabei werden 50 Prozent eines Betrags sofort angelegt, der Rest folgt in 24 Monatsraten. Was liegt Ihnen persönlich am Herzen? Wir sind sehr regional verwurzelt und identifizieren uns mit den Menschen hier. Wenn wir weiterhin Positives erreichen wollen, sollten wir uns auf unsere Stärken besinnen: Nachhaltigkeit und Regionalität. Durch diese Nachhaltigkeit hat der Ostalbkreis die Pandemie bislang besser überstanden als die meisten anderen Regionen. Entscheidend für die Zukunft wird auch sein, wie wir mit unseren Ressourcen umgehen. Dann steht auch einem erfolgreichen Jubiläum der Kreissparkasse Ostalb in 2027, unserem 175. Geschäftsjahr, hoffentlich nichts im Wege! Zahlen zur KSK Ostalb (Stand: 31. Dezember 2019) Bilanzsumme: 5,49 Milliarden Euro Kundenausleihungen: 3,59 Milliarden Euro Kundeneinlagen: 4,35 Milliarden Euro Gesamtkapitalquote: 17,37 Prozent Kunden: über 150.000 Mitarbeiter: 941 21