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Amtsblätter ss.ne.Busi

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TITELGESCHICHTE U

TITELGESCHICHTE U nmittelbare Interaktionen ohne einen Mittelsmann, dem man zunächst Vertrauen schenken müsste, und dezentral geführte Systeme, über die Werte fälschungssicher ausgetauscht werden können – das sind vereinfacht ausgedrückt die Grundprinzipien der Blockchain-Technologie. „Die Bundesregierung setzt sich das Ziel, die Chancen der Blockchain-Technologie zu nutzen und ihre Potenziale für die digitale Transformation zu mobilisieren. Das junge und innovative Blockchain-Ökosystem in Deutschland soll erhalten werden und weiterwachsen“, ist in der Blockchain-Strategie der Bundesregierung zu lesen. Denn um Blockchains sinnvoll zu nutzen, ist nicht nur die technische Umsetzung von Bedeutung, sondern ein grundlegend neues Denken gefragt – es geht um gemeinschaftliche Ziele und Visionen statt auf einzelne Unternehmen beschränkte Lösungen. Wie wird die Blockchain sinnvoll eingesetzt? Blockchain-Technologie kann für Transparenz in der Lieferkette sorgen. So lässt sich die gesamte Zusammensetzung komplexer Maschinen oder Anlagen bis zum einzelnen Bauteil fälschungssicher nachverfolgen – eine Möglichkeit, um das Label „Made in Germany“ noch besser zu vermarkten. Grundsätzlich lassen sich ganze Wertschöpfungsketten über die Blockchain abbilden, werden Maschinen, Anlagen und Bauteile digital vernetzt und im digitalen Zwilling eines Produktes transparent dargestellt. Auf der Basis von Smart Contracts können Blockchain-Technologie kann für Transparenz in der Lieferkette sorgen. Maschinen direkt miteinander in Verbindung treten und automatisierte Prozesse gestaltet werden. Zur Qualitätssicherung können Informationen rund um die Produktion eines Teils in der Blockchain abgelegt werden. Denkbar sind Daten 10

Blockchain Vor- und Nachteile im Überblick + Sicherheit + Genauigkeit und Transparenz + Rückverfolgbarkeit + Beschleunigung von Geschäftsprozessen + Geringere Kosten für Verwaltungsaufgaben - Sinnvolle Anwendungsfelder müssen zunächst identifi ziert werden - Teils hoher Speicheraufwand - Aufwändige Einbindung in bestehende IT-Landschaften - Keine hundertprozentige Sicherheit - Performance nicht mit herkömmlicher Datenbank vergleichbar - Transparenz und Datenschutz stehen teilweise in Widerspruch - Rechtliche Rahmenbedingungen sind nicht vollständig geklärt zu Produktionsbedingungen, Rohstoffen oder verwendeten Maschinen. Verknüpft mit Smart Contracts kann die Blockchain sicherstellen, dass der Status von Temperatursensoren beim Transport von empfindlichen Produkten wie beispielsweise Lebensmitteln zuverlässig festgehalten wird. Die gesamte Kühlkette ist damit fälschungssicher dokumentiert. Elektroautos könnten in Zukunft mit einer elektronischen Geldbörse ausgerüstet sein. Dann würde das Fahrzeug automatisch Induktionsschleifen an Ampeln, Parkplatzgebühren oder die Nutzung kostenpflichtiger Ladestationen bezahlen. Damit ließe sich auch die Ladeinfrastruktur verbessern, denn jeder könnte seine private Ladestation problemlos für andere zur Verfügung stellen – die Abrechnung würde automatisiert über die Blockchain erfolgen. Bereits sehr erfolgreich im Einsatz ist eine Blockchain in New York: Das sogenannte „Brooklyn Microgrid“ versorgt Anwohner mit erneuerbarer Energie und ermöglicht ihnen gleichzeitig, Überschüsse aus der Solar-Energie-Erzeugung an andere Teilnehmer zu verkaufen. Abrechnung und Bezahlung erfolgen ohne Mittelsmann direkt zwischen Stromerzeuger und Empfänger. Die Bundesregierung arbeitet aktuell am Aufbau eines Smart-Contract-Registers in der Energiewirtschaft, um in diesem Bereich eine öffentliche Plattform zu schaffen, die beispielhaft für andere Wirtschaftsbereiche stehen könnte. Dazu ist allerdings ein rechtlicher Rahmen notwendig, der Fragen des Gesellschaftsrechts sowie des Verbraucher- und Datenschutzes regelt. Hintergrundwissen zu Blockchain Die Bezeichnung Blockchain leitet sich vom virtuellen Bauprinzip ab. Die Bezeichnung Blockchain leitet sich ab von ihrem virtuellen Bauprinzip. Denn mehrere, einzelne Datenblöcke werden so miteinander zu einer Datenbank verbunden, dass sie wie Kettenglieder ineinandergreifen. In diesem digitalen Kontobuch werden sämtliche Datentransaktionen nicht zentral gespeichert, sondern verteilt auf einem Netzwerk von Rechnern. Die gesamte Kette ist für jeden vollständig einsehbar. Die Zerlegung sorgt für Sicherheit und schützt vor Cyberkriminalität oder technischen Störungen. Drei Prinzipien sind in der Datenkette besonders wichtig. Einmal der sogenannte „Hash“, ein fälschungssicherer Fingerabdruck, bestehend aus einer Buchstaben- und Zahlenkombination, den jeder einzelne Block der Kette aufweist. In jedem Block wird der eigene Hash und der des vorausgegangenen Blocks gespeichert. Wird nun weiter vorne in der Kette ein Block manipuliert, passen alle weiteren Blöcke nicht mehr dazu – die Manipulation wird sofort entdeckt. Rein theoretisch könnten leistungsstarke Rechner nach einer Änderung in einem Block alle weiteren Blöcke ebenfalls mit neuen Hashes versehen, sodass die Kette wieder lückenlos zusammenpasst. Damit das nicht passiert, ist das Erstellen von neuen Blöcken mit einem Sicherheitskonzept gekoppelt, das den Aufwand für einen neuen Block passend zur aktuellen Leistungsfähigkeit von Informationstechnologien gestaltet. Dieser „Proof-of-work“ ist für viele Public-Blockchains Teil des Sicherheitskonzepts der Kette. Denn die Neuberechnung der gesamten Blockchain nach einem Hackerangriff würde, zumindest mit heutigen Rechnern, viel zu lange dauern. Das dritte Element ist die Dezentralität. Die gesamte Blockchain ist bei jedem teilnehmenden Knoten vollständig gespeichert. Diese Knoten gleichen laufend die Daten der Blockchain ab und überprüfen sie. So ist die gesamte Kette auf einem globalen Computernetzwerk dezentral gespeichert. Wird einer dieser Rechner gehackt, wird er automatisch aus dem Netzwerk ausgeschlossen und damit doppelten Transaktionen vorgebeugt. Für eine Manipulation muss jemand mindestens 51 Prozent aller 11