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Hat sich ganz der

Hat sich ganz der veganen Lebensweise verschrieben: Renate Schnell aus Trochtelfingen. 22 Text und Fotos: Martin Bauch Die vegane Lebensweise, auch Veganismus genannt, ist eine besondere Form des Vegetarismus, bei der keinerlei tierische Produkte konsumiert werden. Vegan lebende Menschen verzichten in ihrer Ernährung nicht nur auf Fleisch und Fisch, sondern auch auf alle anderen tierischen Produkte, wie Milch, Eier oder Honig. Und das betrifft nicht nur die Ernährung. Renate Schnell aus Trochtelfingen feiert in diesem Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum als Veganerin- und lebt immer noch? „Und wie gut“, meint sie schmunzelnd. Tatsächlich sprüht die Kosmetikerin, und auch bald frischgebackene vegane Ernährungsberaterin, vor Energie. „Vegan hat mein Leben komplett verändert“, sagt Schnell. Die Trochtelfingerin ist konsequent was das Thema Vegan betrifft. Es geht dabei nicht nur um die Ernährung, sondern auch darum wie man sich z.B. kleidet. „Pelzbommel bzw. -kragen, Seide, Daunen, Wolle, Mohair, Kaschmir, Lammfell, Leder und -Accessoires gehen schon mal gar nicht, es ist so grausam, wie die Tiere dafür leiden“, meint Schnell und fügt hinzu: „Ich muss keiner Sekte beitreten um vegan leben zu können“, so Renate Schnell und spricht damit gleichzeitig ein Stigma an, die an Veganern haftet. „Wir sind eigenartig, ernähren uns vorwiegend von Gräsern und Körnern und leiden an körperlichen Mangelerscheinungen, sind bleich und ausgemergelt „, zählt Schnell nur einige der Vorurteile auf, die Veganer definieren sollen. Die Kosmetikerin kann mit diesen Vorurteilen nichts anfangen. „Wem die entsprechende Empathie zu Tieren fehlt, wen streicheln, wen essen, wird es schwierig haben, vegan zu werden“, so Schnell. Sie selbst hat vor vielen Jahren ihre Ernährung von Fleisch auf Vegetarismus umgestellt. Der Grund: für ihre Essgewohnheiten sollte kein Tier mehr leiden und sterben müssen. „Ich konnte die vielen grausamen Bilder, wie Tiere in Massentierhaltungen und Schlachthäusern behandelt und getötet werden, nicht einfach so ignorieren“, sagt sie. Der Schritt hin zum Vegetarismus schien ihr ein gangbarer Weg zu sein, aktiv etwas für das Tierwohl zu tun. Renate Schnell hat an ihrer Einstellung zum Leben durch seriöse und wissenschaftliche Studien z.B. die China Study von Professor Campbell zu tierischen Produkten, Tierrechte, Gesundheit, Klima und Welthunger hinterfragt und gute Entscheidungen etwas geändert. „Es ist meine persönliche Einstellung, ich missioniere nicht. Renate Schnell hat auch ihr Angebot an Kosmetikprodukten konsequent geändert.

Ich versuche meinen Kunden, wenn sie mich schon danach fragen, Alternativen, andere Wege der Lebensführung aufzuzeigen. Wenn einer so bleiben möchte wie er ist, dann darf er das auch sein“, meint Schnell. Seit 10 Jahren geht sie für sich selbst aber keine Kompromisse mehr ein. Sie ändert konsequent ihr Angebot an Kosmetikprodukten. Vegan und bionom, völlig frei von Tierprodukten und frei von bedenklichen und fragwürdigen Inhaltsstoffen müssen sein - und es funktioniert bei ihren Kunden. „Ich finde das gut was sie machen. Aber was wird mein Mann dazu sagen?“, hört Schnell sehr oft von ihren Kundinnen. Zuhause wird nur vegan gekocht - und ihr Mann, der übrigens kein Verbot erhalten hat, Fleisch zu essen, ist begeistert von der kreativen und spannenden Geschmacksvielfalt der pflanzlichen Küche. „Deswegen ist er nicht zum Veganer geworden, aber er findet es gut und genießt“, so Schnell. Wichtig ist zu wissen, dass die gesunde vegane Ernährung nicht einmal Askese oder wirklichen Verzicht, sondern Schlemmen und Genuss pur bedeuten kann, wie die veganen Kochbücher und veganen Restaurants eindrucksvoll beweisen. Das weihnachtliche Dessert - vollkommen vegan und super lecker Renate Schnell, Kosmetikerin und vegane Ernährungsberaterin aus Trochtelfingen, hat für unsere Leserinnen und Leser ein Rezept für ein super leckeres Weihnachtsdesert ausgesucht. Es schmeckt nicht nur klasse, sondern ist obendrein noch vollkommen vegan. „Und es lässt sich ohne großen Aufwand zubereiten. Ihre Familie oder ihre Gäste werden überrascht sein, wie schmackhaft vegan sein kann“, verspricht Renate Schnell. Und hier nun das Rezept für ein Schokoladenmousse: Die Veganerin unterstützt Tierschutzorganisationen, demonstriert auch schon mal selbst gegen Tierleid, besucht keinen Zoo oder Zirkusveranstaltungen und fährt zu Fortbildungen mit der Bahn. „Ich handle immer nach dem Motiv der ethisch-moralischen Verantwortung“, sagt Schnell. Die angehende vegane Ernährungsberaterin sieht auch, dass sich die Einstellung vieler Menschen zum Thema Vegan geändert hat. „Sie bekommen heute schon so viele vegane Produkte zum kaufen, selbst beim Discounter. Vegan erlebt gerade weltweit einen Hype. Natürlich spielt da auch der Profit eine Rolle. Nichts desto Trotz ist Vegan in der Gesellschaft angekommen“, sagt Schnell. Selbstverständlich hat die Kosmetikerin noch weitere Zukunftspläne. So will sich Renate Schnell noch zur onkologischen Kosmetikerin weiterqualifizieren. Diese spezialisierten Kosmetikerinnen helfen z.B. krebskranken Menschen nach Chemo- oder Strahlentherapien oder Frauen nach einer Brustamputation ihre Haut wieder zu regenerieren. Ihre Lebensweise, ihre Einstellung zum Leben, macht Renate Schnell zu einem glücklichen Menschen - mit dem Blick für das reale Leben. Zutaten für vier Personen – 200g vegane Schokoladenmousse – 400g Seidentofu Die Schokolade in einem Wasserbad flüssig werden lassen. Seidentofun mit einem Stabmixer kurz durchmixen und die Schokolade während des Mixvorgangs langsam in den Seidentofu laufen lassen. Das Ganze sehr gut und sehr lange mixen. Anschließend mindestens sechs Stunden kühl stellen. „Das vielleicht beste Schokoladenmousse der Welt. So einfach ist es Veganer zu sein“, meint Renate Schnell. Das Seidetofu kann man z.B. noch mit Lebkuchengewürz verfeinern oder mit Grappa, Curry, Chilli oder Kirschen zu etwas ganz besonderem machen. Der weihnachtlichen Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. 23