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Amtsblätter 29.05.2020

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20 Text und Fotos:

20 Text und Fotos: Martin Bauch Unerwartet taucht es wie aus dem Nichts auf: Das alte Holzhaus steht mitten im Wald, unterhalb des Schlosses von Baldern, halb verdeckt durch dichtes Gestrüpp, geborstene Fensterscheiben wie dunkle, gezackte Wunden. Alles wirkt wie aus einer anderen Zeit. Die Fensterläden stehen teils offen, die Holzschindeln sind zum Teil abgefallen. Das Dach aber weist überraschenderweise kaum Schäden auf und scheint noch dicht zu sein. Beim Anblick des Gebäudes jagen einem gruselige Schauer über den ganzen Körper. Und noch etwas fällt auf: Es ist still geworden im Wald – kein Vogelgezwitscher und nicht der leiseste Hauch eines Windes. Nur die Sonne wirft ihre goldenen Strahlen zwischen den Baumwipfeln auf den Waldboden rund um das Haus. Das Bild, dass sich dem Betrachter auftut hat etwas Surreales, etwas Traumhaft-Unwirkliches an sich. Orte wie diese nennt man „Lost Places“ – vergessene, verlassene Plätze. Die Suche nach diesen Plätzen liegt seit einigen Jahren voll im Trend bei Hobbyforschern. Sogenannte „Urbexer“ suchen vergessene Orte auf, durchstreifen leerstehende Gebäude und fotografieren ihre Entdeckungen. Heraus kommen Bilder von unwirklich-unheimlich anmutender Schönheit. Der Begriff „Urbexer“ selbst steht für „Urban Exploration“, die Erkundung des städtischen Raums. Mittlerweile hat sich das Wirkungsfeld der Urbexer auch auf Bereiche außerhalb von Städten ausgedehnt. Es ist kein ungefährliches Hobby. Viele Gebäude sind verfallen und drohen einzustürzen. Nur mit äußerster Vorsicht sollte man solche Gebäude auf eigene Faust begehen. Oft befinden sie die Gebäude noch in Privatbesitz, auch wenn sich keiner mehr darum kümmert. Sie ohne Zustimmung der Besitzer zu betreten, ist grundsätzlich nicht erlaubt. Bleibt der Blick durch die Fenster und ein Rundgang um das Gebäude herum. Noch bis in das Jahr 1969/70 war das alte Haus noch von einer großen Familie bewohnt. Wasser gab es aus einem Brunnen, Strom dagegen gab es nicht, von einem Telefonanschluss ganz zu schweigen. „In Baldern kennen wir das Gebäude als das ,Lehmhäusle‘“, erzählt Karl-Heinz Wiedmann aus Baldern. Scheinbar ist das Haus komplett aus Lehm gebaut. „Kein Sack Zement steckt da drin, kein einziger Nagel ist dort eingeschlagen worden, sagen die älteren Bürger aus Baldern“, so Wiedmann weiter. Auf die Frage, wer das Haus denn erbaut und welchem Zweck es gedient hat, muss Karl-Heinz Wiedmann passen. Auch Ortsvorsteher Andreas Hahn zuckt mit den Schultern. „Ich weiß es ehrlich nicht, nur, dass es wieder zum Verkauf steht“, sagt Hahn.

Einblicke ins Innere des Holzhauses. Tatsächlich hat das Gebäude einen unbekannten Besitzer. Die Familie, die bis 1970 in dem alten Haus gewohnt hat, musste dieses aus sanitär-hygienischen Gründen verlassen. „Wasser aus dem Brunnen entsprach damals nicht mehr den hygienischen Anforderungen an die Wasserqualität“, sagt Wiedmann. An eines kann sich Karl-Heinz Wiedmann aber noch erinnern. „Einer der Söhne der Familie kam ins Haus meiner Eltern zum Fernsehen schauen. Die hatten ja keinen Strom“, so Wiedmann. Damals lag das Haus noch nicht mitten im Wald. Vom Garten aus hatte man einen wunderbaren Blick auf Bopfingen und Umgebung. Eigentlich, so Wiedmann, ist das Gebäude ein Kleinod. Das hatte auch damals ein Architekt aus Bopfingen erkannt. Er erwarb das Gebäude und baute es zu einem Wochenendhaus aus. Leider währte auch dieses Besitzerglück aus nicht näher genannten Gründen nicht lange und das Haus wurde weiterverkauft und blieb bis heute ungenutzt. Es verkam nach und nach. Ob es in dem Haus spukt, ist nicht bekannt, allerdings scheinen Vandalen darin illegal gehaust zu haben. Die Wände sind mit unzähligen Symbolen, Zahlen und Parolen besprüht. Schade eigentlich. Vermutlich gibt es heute nur noch wenige Häuser dieser Bauart und Baukunst in Deutschland. Nur die Arbeit und den Aufwand darf man hier nicht scheuen. Beim Anblick des Gebäudes jagen einem gruselige Schauer über den ganzen Körper. Räumliche Veränderung gewünscht Aus „Alt wird Neu“, Möbel, Treppen, Fenster, Türen, ... Wir machen das für Sie! Sprechen Sie uns an. alt neu www.creativ-werk-statt.de Büro: Neresheimer-Straße 6 • 73441 Bopfi ngen • Telefon: 07362 - 8272504 Werkstatt: Nürnberger-Straße 18 A • 86720 Nördlingen Telefon: 09081 - 2752126 • Mobil: 0172 - 742 77 63 Email: andreas.enslin@creativ-werk-statt.de 21