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Amtsblätter 14.05.2021

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Ladengeschäft und

Ladengeschäft und Online-Handel ergänzen sich Henri Claude Hervy (links) und sein Bruder Pascal von der Henri Elektronik GmbH sind Online-Händler der ersten Stunde. 24 Der Bopfinger Versandhändler Henri Elektronik ist früh in den Online-Handel eingestiegen und profitiert heute noch davon Text: Ansgar König / Foto: Thomas Siedler Corona hat die Transformation zum Online-Handel wenn nicht angestoßen, so zumindest forciert. Viele Firmen beschäftigen sich nun mit der Möglichkeit, ihre Produkte übers Internet zu präsentieren und zu vertreiben. Mit Henri Elektronik GmbH hat eine Firma in Bopfingen ihren Sitz, die früh diese Möglichkeiten genutzt hat. „Daheim am Ipf“-Redakteur Ansgar König hat sich mit Henri-Claude Hervy, dem Geschäftsführer des Versandhandels, unterhalten. Das Motto des 56-Jährigen: „Dinge so zu tun wie andere, genügt nicht!“ Seit wann ist die Firma Henri Elektronik schon im Online-Handel aktiv? Seit der ersten Stunde des Internets in den 1990er- und 2000er-Jahren. Unsere Firmengründung war im März 1989. Daher haben wir auch etliche Master-Domains noch am Anfang bekommen, da zu der Zeit noch alles frei war, was aber zu der Zeit viel Geld gekostet hat. Wir musste schon genau überlegen, was wir registrieren lassen. Domains haben am Anfang im Schnitt 2000 bis 3500 Mark je Domain gekostet. Heute sind sie schon für einen Euro zu haben. Das waren einfach noch andere Zeiten. Der Schwerpunkt der Domainauswahl lag damals bei der Gewichtung, was wir tun. also beim Handel und Service mit Elektronik und die Gebäudetechnik. Wir profitieren heute noch davon und besitzen folgende Master-Domains mit aufgesetzten Shops wie www. Lautsprecher.de, www.Kamera-Ueberwachung.de, www.Netzgeraet. de, www.Netzteile.ch oder www.Henri.de und etliche mehr – insgesamt über 30-Domains, wovon wir auch noch einige nicht benutzen und verkaufen möchten. Damals war zum Beispiel noch Auto.de oder Moebel.de frei. Es wusste ja niemand, dass das mal so ein Hype wird, sonst hätte ich damals dieses Domains auch auf mich registriert. Was war damals der ausschlaggebende Grund, in den Online- Handel einzusteigen Das war die Internet-Gründerzeit. Ich habe kommen sehen, dass das mal sehr wichtig wird. Damals waren Handys, Organizer, PCs, die DVD und etliche andere digitale Medien im Kommen. Unter Windows NT und Windows 3.11 gab es dann die ersten Browser wie den Netscape Navigator in 1990ern. Wir hatten derzeit viel mit PC-Systemen, Computer, Laptops, Drucker, Hardware zu tun, haben die Geräte gewartet und auch Office-Schulungen für Firmen durchgeführt. Das alles zusammen gab den Anstoß, mich mit dem Thema Web zu beschäftigen und entsprechend zu reagieren – obwohl noch alles in den Kinderschuhen steckte. Wie sieht Ihr Konzept aus? Wie ist das Verhältnis zwischen Online- und Ladenverkauf? Was überwiegt? Mittlerweile hat sich das extrem verschoben. Früher hatten wir einen Fachmarktumsatz von 100 Prozent. Über die letzten gut 20 Jahre gesehen, haben sich die Umsatzzahlen zwischen lokalem, regionalem Fachmarkt und unserer Internetshops verschoben und tun das auch immer noch. Mittler-

weile werden etwa 60 Prozent des Umsatzes im Internet erzeugt. Jedes Jahr geht es um ein paar Prozent weiter Richtung Web. Das beobachten wir schon seit Jahren. Wie sind die Erfahrungen? Gibt es auch schwierige Punkte? Auf was sollten Händler achten, wenn Sie sich mit Online-Handel beschäftigen wollen? Händler sollten darauf achten, nicht in Abhängigkeiten von Markplätzen wie bei eBay und Amazon zu verkaufen, sondern selbst eigene Shops betreiben. Dann entsteht auch eine sichere, langfristige Basis fürs Geschäft. Oft gab und gibt es noch, dass Händler bei Amazon gesperrt werden und ihre Produkte dann auf einmal Amazon selbst vermarktet. Viele dieser Firmen sind mittlerweile in Konkurs gegangen. Wir haben deshalb noch nie auf solchen Markplätzen mitgemacht. Nischenprodukte, egal in welchem Bereich, funktionieren immer mit eigenen Shops. Massenware hingegen ist schwierig, da Mitbewerber sehr, sehr stark sind und kleine Händler manchmal preislich nicht mithalten können. Rechtlich gibt es heute viel Hilfe und fertige Applikationen für Webshops. Das ist wichtig, denn ich bin primär ja Kaufmann und kein Rechtsanwalt. Mein Tipp: Bilder am besten selbst machen und sich die Erlaubnis der Hersteller einholen. Sonst hagelt es Abmahnungen und es wird teuer ... und ärgerlich. Ein großer eigener Webshop ist die bessere Lösung als ein kleiner Webshop - also gleich mit Anbindung zur Warenwirtschaft. Das beschleunigt Arbeitsprozesse, von Lagerbestand bis zu Kommissionierungs- oder Packlisten. Wer ins e-Commerce-Geschäft geht, dem muss klar sein, dass er eine Versandabteilung, Materiallager, Klebebänder, Verpackungsmaterial und viel Platz braucht, auch für Paketdienstleister. Welches Einzugsgebiet decken Sie ab? Mit unseren Webshops bedienen wir mittlerweile Kunden in ganz Deutschland, Teilen von Österreich und auch im Schweizer Raum, also primär dem deutschsprachigen Raum. Einige wenige kommen auch von weiter her. Im Fachmarkt kommen die Kunden aus einem Umkreis von etwa 100 Kilometern. • Sanitäre Einrichtungen • Kundendienst • Heizungsanlagen • Solaranlagen • Rohrreinigung • Scheitholz-, Pellets- und Hackschnitzelheizungen Flaschnerei Gas- + Wasserinstallation Wie hat die Corona-Pandemie den Online-Handel beeinflusst? Ja, die Shop-Umsätze sind in dieser Zeit natürlich gestiegen und die Fachmarktumsätze extrem gesunken. Muss man sein Konzept regelmäßig überprüfen und nacharbeiten? Wenn die Marschrichtung des Onlineshops steht (Domain und Produktsortiment), dann muss man regelmäßig Produkte, Preise oder Bilder prüfen. Zudem sollte man sich einmal im Monat rechtlich auf den neuesten Stand bringen. Ersetzt der Online-Handel auch regional über kurz oder lang die Ladengeschäfte? Funktioniert überhaupt das Eine ohne das Andere? Nein, das ergänzt sich. Das Eine geht ohne das Andere fast nicht mehr. Untere Weilerstraße 36 73441 Bopfingen-Baldern Tel.: 07362/3365 oder 0173/8711842 www. maler-biehringer.de malerbiehringer@t-online.de 25