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Amtsblätter 14.05.2021

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Ein wahrer

Ein wahrer Familienbetrieb: Unser Bild zeigt (von links) Martin Saur mit Nichte Anna Saur und Schwägerin Ines Saur. Nur das Beste aus Kerkingen Die Metzgerei Saur ist ein traditioneller Familienbetrieb, den es seit bereits seit 1929 gibt Text und Fotos: Martin Bauch 14 Im Zusammenhang mit den Erzeugnissen der Metzgerei Saur von Regionalität zu sprechen, wird der Sache nicht gerecht. „Eigentlich agieren wir zentral vor Ort und beziehen unsere Tiere von den ortseigenen Landwirten. Die Nachbarorte Zöbingen und Sechtahausen beziehen wir in unser Umfeld mit ein“, erzählt Metzgermeister Martin Saur über die Philosophie des traditionsreichen Familienbetriebs in Kerkingen. Saur lobt die landwirtschaftlichen Betriebe im Ort und ihre die Zusammenarbeit. „Wir kennen uns und wissen, was wir voneinander zu erwarten haben. Das schafft Vertrauen, auch bei den Kunden in unsere Produkte“, meint Saur. „1929 hat mein Opa mit der Landwirtschaft vor Ort begonnen. Mein Vater hat Mitte der 1960er-Jahre die Metzgerei gebaut“, sagt Martin Saur, der nun die dritte Generation im Familienbetrieb anführt. Der Landwirt und Metzgermeister übt seinen Beruf mit Leidenschaft aus. Und wenn er schon mal Urlaub macht, dann findet man ihn garantiert auf seinen eigenen Feldern, die er gerne mal selbst inspiziert. Ein Auto hat Saur auch. „Die lachen schon beim TÜV, wenn ich alle zwei Jahre mal bei denen vorbeischaue. Dann heißt es immer: Ah, schon wieder 2000 Kilometer mehr auf dem Tacho“, erzählt Martin Saur, der die meiste Zeit wohl eher auf dem Bulldog verbringt. Bei Saurs wird noch alles selbstgemacht. „Von den Kutteln bis zur Salami, Leberwurst, Leberkäs, Sulzen und noch vieles mehr. Selbstgemacht schmeckt halt immer noch am besten“, meint Martin Saur. Im Laden steht seine Schwägerin, Ines Saur, und freut sich über jeden Kunden, der in die Metzgerei kommt. Ein kleines Pläuschchen inklusive. „Wir haben so viele gute Sachen, ich kann gar nicht alles aufzählen“, meint Ines Saur. Und das ist nicht mal schnödes Marketing. Viele Wirtschaften und Lokale in der Region schwärmen regelrecht vom leckeren, saftigen Leberkäs, der sich so vielfältig in den verschiedensten Gerichten verarbeiten lässt. Und an den Kartoffelsalat lässt die Metzgerei Saur nur ihre eigenen Kartoffeln von ihren Feldern ran. Das Rezept für einen leckeren Kartoffelsalat ist überraschend simpel, wird aber hier nicht verraten. Eier bezieht Martin Saur auch aus der direkten Nachbarschaft. Ein funktionierendes Metzgerei-Schlemmerparadies-Biotop sozusagen. Die Kundenzufriedenheit steht bei Martin Saur im Mittelpunkt. „Da kann es schon mal sein, dass ein Kunde bei uns kurz wegen Weißwürsten anruft und wir gerade nicht die ganze gewünschte Menge dahaben. Martin schmeißt die Maschine an und macht die Zahl rund“, erzählt Ines Saur. Zur Metzgerei gehört auch ein gemütliches Gasthaus. Leider erlaubt Corona aber gerade keinen Wirtshausbesuch. Und noch eine kleine Besonderheit, die die Metzgerei Saur auszeichnet: Bei der Verarbeitung der Auerochsen setzen die Stadt Bopfingen als Initiator eines Auerochsenprojekts in der renaturierten Sechta-Aue zwischen Oberdorf und Itzlingen und der Besitzer der Auerochsen auf die Fachkenntnis und Qualität der Schlachtung von Metzgermeister Saur – der verdiente „Ritterschlag“ für das Familienunternehmen Saur.

Bopfinger Bier Marke Eigenbrau Sonnenwirt Michael Schieber braut jetzt sein eigenes Export, Pils und Weizen Text und Foto: Martin Bauch Seit mehr als 20 Jahren geistert die Idee, ein eigenes Bier zu brauen, im Kopf vom Sonnenwirt Michael Schieber herum. Jetzt hat er sich mit seinem eigenen „Brauwerk“, so der Name seiner neuen, kleinen Brauerei, diesen Traum erfüllt. Nach 20 Jahren Idee und eineinhalb Jahre intensiver Arbeit fließt nun wieder ein echtes Bopfinger Bier durch die Brauanlage des Sonnenwirtes. Die Wiederentdeckung des Bierbrauens in Bopfingen ist gleichzeitig die Wiederbelebung einer alten Handwerkskunst, die die Wertschätzung für das Naturprodukt Bier, sofern es sie überhaupt braucht, noch weiter stärkt. Alles an diesem Bier ist regional geprägt. Das fängt schon bei der Produktion der Bierzutaten an. Zwei Landwirte aus dem Umland bauen für den Sonnenwirt Gerste an. Eine Mälzerei aus Nördlingen röstet daraus Braugerste. „Sogar das Wasser kommt aus Bopfingen“, meint Michael Schieber scherzhaft. In seinem Lokal wird es nur noch das eigene Bier geben, kündigt er stolz an. Später sollen auch Vereine, Firmen und Privatleute die Möglichkeit bekommen, für Feste und andere Anlässe das Bier in Fässern zu kaufen. Sogar das eigene Bierbrauen soll für die interessierte Kundschaft möglich sein. Ganz besonders stolz ist Schieber auf die Qualität seines Bieres, die mit Brief und Siegel von einer Prüfanstalt belegt ist. 12,5 Prozent Stammwürze, was einem Wert von etwa 4,9 Promille Alkohol entspricht. Leckere, feine Bitteraromen runden das neue Export „Beldes“ ab. Auch im Namen des Bieres steckt Tradition und Regionalität. Namensgeber ist der einstige Stadtschreiber Bopfingens, Balthasar Enslin, der im Mittelalter gelebt hat und als besonders pfiffig und belesen, aber vor allem als einer galt, dem man nichts vormachen konnte und der sich von keinem über den Tisch ziehen ließ. Der gute, unerschütterliche Ruf des Mann eilte ihm voraus, und im Umland wurden die Bopfinger auch deshalb bald „Beldes“, der Kurzform von Balthasar, genannt. Im alten Gewölbekeller unter seinem Lokal hat Schieber die Lagerkessel untergebracht. „Das ist der letzte noch erhaltende Gewölbekeller des traditionsreichen Gasthauses, das im Mittelalter das erstmals in Bopfingen erwähnt wurde“, erzählt Schieber etwas zur Geschichte des alten Lokals. Im Keller läuft das Bier über eine Pipeline vom Braukessel oben in der alten Scheune in die Edelstahltanks und von dort – nach ihrer Reife – direkt in die Zapfhähne der Gaststube. Gebraut wird auch ein Pils mit Namen „Lias“ – der Name erinnert an die hiesigen Gesteinsschichten – und ein Weizenbier mit dem Namen „Anton“ zur Erinnerung „an einen wunderbaren und großzügigen Menschen“, so Schieber geheimnisvoll. Komplettiert wird das flüssige Trio durch einen eigenen Bierbrand und ein Biergelee, das Sonnenwirtin Borgny Schieber eigens kreiert hat und das hervorragend zu einer aromatischen Käseplatte passt. „Bierbrauen ist eben eine interessante Herausforderung und ein Quell an Inspiration“, meint Michael Schieber. 15